Frohen Weltradiotag!

Seit 2012 wird auf Betreiben der UNESCO – also der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur – jährlich am 13. Februar der „Welttag des Radios“ beziehungsweise der „World Radio Day“ begangen. Erinnert wird damit einerseits an die Gründung des – hierzulande reichlich unbekannten – United Nations Radio am 13. Februar 1946 sowie generell an die Geschichte und den Einfluss des Massenmediums Hörfunk. Andererseits soll dieser Ehrentag auf die nach wie vor große publizistische Bedeutung des Radios in der Gegenwart aufmerksam machen. In diesem Jahr steht die Beziehung zwischen Radio und Jugend, genauer: das Medium Radio „for youth, with youth, and by youth… in safety and security“,  im Mittelpunkt der offiziellen Betrachtungen.

Seit der Aufnahme erster regelmäßiger Programmdienste in den 1920er Jahren hat sich der Hörfunk rund um die Welt als überaus bedeutsames Forum und Mittel der gesellschaftlichen Massenkommunikation erwiesen. Selbst der Aufstieg des elektronischen Schwestermediums Fernsehen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder das Hinzutreten einer bunten Palette onlinebasierter Medien insbesondere ab 2000 hat das Radio als publizistisch einflussreiches Medium nicht grundsätzlich infrage gestellt. Rein auf akustische Ausdrucksmittel beschränkt, musste es sich angesichts dieser und anderer Herausforderungen allerdings kontinuierlich neu erfinden. Inzwischen hat es sich im Medienalltag der meisten Menschen als Komplementär- und Begleitmedium etabliert, das also andere Medienangebote ergänzt und sich vergleichsweise flexibel in den beruflichen Alltag oder in das Freizeitverhalten einfügt.

Während Radio in Europa und Nordamerika heutzutage vor allem als Musikdistributor betrachtet wird, ist seine Bedeutung als aktiver Vermittler von Information, Bildung und Unterhaltung in anderen Teilen der Welt noch ungleich größer. Die offizielle Website des Welttags feiert das Radio, weil es „reaches more people in more places than any other medium. It’s a bridge of communication for remote communities, developing regions and vulnerable populations, sometimes with no other connection to the outside world. Perhaps no other platform can have the real-time reach between people and across cultures. Radio is also the medium best-adapted to navigate the new digital frontiers that are pushing the media and communication into unchartered waters. Technologies such as the Internet, mobile communication and geolocation have shifted the traditional dynamic in which the media operate, with young people at the fore-front of these converging trends, at the same time embracing radio as enthusiastically as ever.” Und analog stellt die Deutsche UNESCO-Kommission auf ihrer Website fest: „Ohne das Radio wären viele Menschen von Informationen ausgeschlossen. Lokale Rundfunkstationen sind in abgeschiedenen Regionen oft die einzige Informationsquelle. Das Radio spielt auch in der Notfallkommunikation und im Katastrophenschutz eine entscheidende Rolle.“

Aktuell wird dabei gerne auf den Stellenwert von Hörfunkprogrammen für die Ebola-Prävention und die Gesundheitsförderung in Afrika ganz allgemein verwiesen (z.B. SPON; siehe/höre auch entsprechende Ansagen des US-amerikanischen „Center for Disease Control and Prevention“. Aber natürlich lässt sich ein solch bedeutsames Medium auch missbrauchen, wie in jüngerer Zeit etwa die hasserfüllten und hassbefördernden Radiosendungen des „Radio-Télévision Libre des Mille Collines“ während des Genozids an den Tutsi in Ruanda gezeigt haben. Nicht zuletzt die deutsche Geschichte hält einige unrühmliche Beispiele der Massenverführung im und durch den Hörfunk bereit.

Alles in allem bietet so ein Tag also genügend Stoff und Anlass zum Nachdenken – zum Beispiel über das menschliche Mit-, Gegen- und Nebeneinander sowie über den Stand und den Wandel der modernen Massenkommunikation…

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